Flieg, Bumerang, flieg

Bei Bumerangs denkt man unweigerlich an Australien – und nicht an Berlin. Sollte man allerdings, denn dort ist „Berliner-Bumerang“ zu Hause. Ganz und gar begeistert von diesem faszinierenden Kulturgut, dessen ältestes Exemplar man in den polnischen Karpaten, weit ab von Down Under fand, ist der Diplom-Sozial- und Erlebnispädagoge Christian Kliem. Bei FEINWERK ist er zum ersten Mal dabei und bringt „wurffehlerverzeihende“ Sportbumerangs mit. Diese kehren bei korrektem Wurf zuverlässig und abgebremst zum Werfer zurück, sodass man sie gut fangen kann.

Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Bumerang-Formen: „Alle wirft man identisch, manche jedoch stärker und manche schwächer“, erläutert Kliem. Jedes Design ist von Berliner-Bumerang selbst entwickelt und jedes Modell auf seine Flugtauglichkeit getestet. Verwendet wird ausschließlich Birkenholz aus Finnland, teileweise in Kombination mit unterschiedlichen Harthölzern. Warum gerade Birkenholz? Es ist flexibel und gleichzeitig stabil, das macht es attraktiv für den Bumerangbau. Da jeder Bumerang in Handarbeit hergestellt wird, gibt es keinerlei Holzabsplitterungen. Und durch den aufwendigen Feinschliff wird jedes Stück zu einem wahren Handschmeichler. Auf Wunsch und gegen einen kleinen Aufpreis können sich die Kunden auch einen individuellen Namen in den Bumerang eingravieren lassen.

Entscheidend beim Kauf ist natürlich auch die Optik: Welches Design, welche Haptik spricht besonders an? Kliem selbst hat zurzeit ein persönliches Lieblingsmodell, den „Hüttenkratzer“. Den Zweieinhalb-Flügler hat er 2015 für eine Kunstperformance von Olaf Nicolai für die Biennale in Venedig entworfen und dort auf dem Dach des Deutschen Pavillons fliegen lassen. Bei seiner persönlichen Wurfquote schreckt Christian Kliem nicht vor einer ehrlichen Antwort zurück: „In meinen 25 Jahren Bumerangspraxis habe ich sicherlich schon rund 100 Modelle als verschollen verzeichnen müssen“. „Beziehungsweise warte ich immer noch auf die plötzliche Rückkehr“, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu. Wenn man jedoch auf einer freien Wiese oder einem Sportplatz wirft, würde man seinen Bumerang auch nicht verlieren, so der Berliner.

Je weiter ein Bumerang fliegt, desto schwieriger ist die Rückkehr, aber desto faszinierender ist auch die Flugbahn. Kliems Bumerangs fliegen zwischen zwölf und dreißig Metern weit. „Niemand soll mit seinem Bumerang über-, aber auch nicht unterfordert sein. Darauf achten wir. Außerdem haben wir auch spezielle Linkshänder-Modelle im Angebot.“ Damit der Wurf auch wirklich klappt, gibt es zu jedem Bumerang eine schriftliche Wurfanleitung und selbstverständlich erklären die Profis vor Ort auch die richtige Wurftechnik. Wenn es nicht allzu windig ist, können die FEINWERK-Besucher die Bumerangs vor Ort gleich testen. Dann erhalten sie auch eine individuelle Wurffehleranalyse von Christian Kliem und seinem Team.

„Manche können es sofort, manche brauchen ein wenig Übung. Wir empfehlen ein Mindestalter von etwa 8 Jahren, weil eine gewisse Körperspannung für einen guten Rotationswurf Voraussetzung ist“, merkt der Pädagogen an. Als Faustregel gilt: Wenn man eine Frisbee zum Gleiten bringen kann, kann man auch einen Bumerang werfen. Aber der Profi bestärkt auch alle, die im Werfen nicht so geübt sind: „In unseren vielen Workshops haben wir noch keinen einzigen hoffnungslosen Fall erlebt.“

Auf die Frage, warum er sich für eine Teilnahme bei FEINWERK entschieden hat, antwortet der Bumerang-Begeisterte: „Die fantastische Location und die hohe Qualität der anderen Aussteller haben uns dazu bewegt, von Berlin nach Fulda zu kommen. Außerdem freut es uns, dass – wenn der Wind nicht zu stark ist – Wurfmöglichkeiten vor Ort bestehen.“ Echte Dinge sind dabei für Kliem keine Kopien, sondern selbst Erfundenes, selbst Entwickeltes, selbst Gebautes und eigens Erprobtes. Die Liebe und der Aufwand des Erschaffers spiegelt sich seiner Meinung nach in den Produkten wider. Dieses Kredo wird auch in seinen Bumerangs sichtbar.

Weitere Infos zu Berliner-Bumerang finden Sie im Ausstellerverzeichnis hier auf der Homepage.